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SGB zerlegt Hessen Kassel – „Es war überragend“

3. Mai 2019

Die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz fügte dem KSV Hessen Kassel nicht nur einen herben Dämpfer im Relegationsrennen der Hessenliga zu, sondern zerlegte die Löwen beim 6:2 (3:0)-Erfolg förmlich in ihre Einzelteile. Von Tobias Wolf im Kasten bis zu den Mehrfachtorschützen Patrick Broschke und Marius Strangl präsentierte sich die SGB, die das Spiel sogar in Unterzahl beenden musste, von ihrer besten Seite und beglückte 1600 Zuschauer in der Johannisau.

„Hessen Kassel unbesiegbar“ – es wirkte schon grotesk, dass sich die Auswärtsfans ausgerechnet dieses Motto für das Spiel ausgesucht haben, in dem es am Ende die höchste Saisonpleite setzen sollte. Das ahnten die rot gekleideten Löwen-Fans wohl schon zur Pause, als sie das Banner mit eben dieser Aufschrift abhingen – es stand bereits 3:0 für die SG Barockstadt, die einen absoluten Sahnetag erwischte und auch das dritte Freitagabendspiel in dieser Saison gewann. „Wir sagen schon die ganze Zeit, dass in der Mannschaft Riesen-Potenzial steckt. Heute hat sie alles abgerufen“, freute sich SGB-Coach Sedat Gören nach der Gala gegen die Nordhessen, die sich nach Abpfiff vor den eigenen Fans verantworten mussten. Denn Platz zwei ist nun mehr denn je in Gefahr, die Hausherren zeigten hingegen eindrucksvoll, dass mit ihnen in der kommenden Saison zu rechnen ist. „Wir haben gegen Alzenau gewonnen, jetzt 6:2 gegen Kassel und gegen Gießen gute Spiele gemacht. Wir wollen nächstes Jahr oben mitspielen“, unterstrich Patrick Broschke die eigenen Ansprüche.

Das Unheil begann aus Kasseler Sicht schon früh: Dominik Rummel, der zur Freude der Barockstädter doch spielen konnte, verwertete eine Flanke von Broschke per Kopf zum 1:0 (4.). Marius Strangl legte kurz darauf auf Vorlage von Broschke im Strafraum nach (9.), damit hatten die beiden überragenden Akteure in der SGB-Offensive den Grundstein für den Sieg gelegt. Der KSV schüttelte sich kurz, erhöhte dann den Druck – und fing sich prompt das 0:3: Benjamin Fuß antizipierte einen Ball in der Defensive stark, dann ging es blitzschnell nach vorne und Broschke, der am Ende auf fünf Torbeteiligungen kommen sollte, schloss ab (20.). „Wir waren sehr effektiv, das hat uns die ganze Zeit gefehlt“, stellte Gören heraus. Denn mit der dritten Torchance hatte seine Mannschaft schon nach 20 Minuten für die Vorentscheidung gesorgt. „Wir hatten Selbstvertrauen ohne Ende, es war überragend“, schwärmte Broschke, der selbst nicht mit einem solchen Spielverlauf gerechnet hatte.

„Trauerspiel“ – dieser Begriff war zwischenzeitlich von den mitgereisten, bemitleidenswerten Kasselern auf der Haupttribüne in der Johannisau zu hören, die in der laufenden Saison wohl noch kein Spiel wie dieses erlebt hatten: Bei den Gästen ging bis zur Pause wenig nach vorne, entweder flog der Ball neben oder über den Kasten oder SGB-Keeper Tobias Wolf war zur Stelle. In der Halbzeitpause hatten sich die Löwen dann einiges vorgenommen, kamen agil und stark aus der Kabine und zu einigen Chancen. Morgenluft witterte Kassel dann nach der Roten Karte gegen Dennis Müller (52.), der gegen Brian Schwechel aus Sicht von Schiedsrichter Gahis Safi (Erlensee) zu hart eingestiegen war und für den damit möglicherweise die Saison frühzeitig beendet ist.

Doch aus viel Ballbesitz konnten die Gäste wenig Kapital schlagen, stattdessen klingelte es erneut auf der anderen Seite – und das gleich mehrmals: Eiskalt konterte die SGB, Strangl und Broschke erhöhten nach Alleingängen in den Strafraum auf 5:0, das halbe Dutzend machte Marius Strangl dann mit seinem dritten Treffer voll. Die Kasseler Defensive zeigte in Abwesenheit des verletzten Ingmar Merle Auflösungserscheinungen, vorne konnte Mahir Saglik mal für Gefahr sorgen, doch Julian Pecks rettete auf der Linie (73.). Sebastian Schmeer, der sich die Rückkehr an alte Wirkungsstätte sicher anders vorgestellt hatte, drosch den Ball mit Wut im Bauch dann noch zum Ehrentreffer (85.) ins Netz, kurz vor Schluss gelang ihm sogar noch ein zweiter (89.) per Kopf.

Das alles änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass die SG Barockstadt mit ihren Fans ein rauschendes Fußballfest feiern durfte, während KSV-Coach Tobias Cramer die Worte fehlten: „Nein“, war die schlichte Antwort auf die Frage, ob er sich die zurückliegenden 90 Minuten erklären könne. Die formstärkste Mannschaft der Liga, die so lange ungeschlagenen Löwen, sie wurden von der SGB gezähmt.

SG Barockstadt: Wolf – Fuß, Gröger, Pecks, Hillmann – Müller – Broschke (86. Odenwald), Pomnitz, Schaaf, Strangl (80. Trägler) – Rummel (58. Crljenec).

Hessen Kassel: Hartmann – Najjar, Häuser, Evljuskin, Brandner (78. Ziegler) – Brill, Schwechel – Dawid, Saglik, Bravo Sanchez – Schmeer.

Schiedsrichter: Gahis Safi (Erlensee)

Tore: 1:0 Dominik Rummel (4.), 2:0 Marius Strangl (9.), 3:0 Patrick Broschke (20.), 4:0 Marius Strangl (57.), 5:0 Patrick Broschke (62.), 6:0 Marius Strangl (76.), 6:1 Sebastian Schmeer (85.), 6:2 Sebastian Schmeer (89.)

Zuschauer: 1600.

Rote Karte: Dennis Müller (Barockstadt, 52.) wegen groben Foulspiels.

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