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Kracher gegen Gießen: Auf eigene Stärken setzen

22. November 2018

Kurz vor der Winterpause steht der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz nochmal ein echtes Highlight ins Haus: Am Samstag (15 Uhr) trifft das Hessenliga-Team von Sedat Gören im Stadion in der Johannisau auf den souveränen Spitzenreiter FC Gießen. Im Duell der beiden aktuell wohl formstärksten Teams der Liga wollen die Fuldaer der Übermannschaft die zweite Saisonniederlage zufügen, allerdings fällt Christopher Bieber (Foto) wohl für den Rest des Jahres aus.

Die Vorfreude bei den Barockstädtern auf das Duell mit dem Tabellenführer ist riesig, dennoch betont Trainer Sedat Gören: „Wir bereiten uns ganz normal auf das Spiel vor.“ Das mittlerweile wieder gewachsene Selbstvertrauen durch vier Siege in Folge und sechs ordentliche Spiele unter dem 47-Jährigen dürfte auch dafür sorgen, dass die Fuldaer nicht verkrampft ins Duell mit dem souveränen Spitzenreiter gehen – und das ist wichtig, weiß Gören: „Wir wollen den Fußball, den wir bisher gezeigt haben, auch weiterhin durchziehen. Wir wollen uns nicht verstecken, hilflos sein und das Spiel nur irgendwie zu Ende bekommen.“ Vielmehr fordert der Coach ein mutiges Auftreten: „Wir wollen wieder das zeigen, was uns zuletzt stark gemacht hat: Wir wollen mitspielen, in Ballbesitz sein, in die Zweikämpfe gehen und alles reinwerfen.“

Das gilt auch für Kevin Hillmann, der unter Gören bislang immer über 90 Minuten zum Einsatz gekommen ist und sich ebenfalls schon auf den Gradmesser Gießen freut: „Gerade mit dem Arbeitssieg in Lohfelden haben wir uns eine gute Ausgangsposition geschaffen, um eine tolle Kulisse zu erhalten. Wir freuen uns riesig auf den Tabellenführer, weil wir wissen, dass wir im Hinspiel nicht das abgerufen haben, was wir eigentlich können. Wir wollen zeigen, dass wir es besser können“, stellt der 25-Jährige klar, weiß aber gleichzeitig, dass mit dem FC Gießen eine Mannschaft mit „ungemeinen Qualitäten“ kommt: „Darüber braucht man nicht zu sprechen. Unser Manko waren zuletzt die einfachen Gegentore und dass wir zu viele Chancen brauchen. Wenn wir gut stehen und selbstbewusst nach vorne spielen, haben wir gute Chancen, das Spiel zu gewinnen“, gibt sich Hillmann kämpferisch.

Die unterschiedliche Herangehensweise bei beiden Konstrukten schlägt sich mittlerweile auch im Tabellenbild nieder: Die Mittelhessen, die vor der Saison aus dem SC Teutonia Watzenborn-Steinberg und dem VfB Gießen fusionierten, setzen mit einem für die Hessenliga mehr als überdurchschnittlichen Etat auf Profibedingungen, trainieren sieben Mal die Woche – und werden mit bisher 50 Punkten aus 19 Spielen, sechs Punkten Vorsprung auf Verfolger Alzenau und schon zehn Zählern auf den Tabellendritten Kassel dafür belohnt. Die Barockstadt wiederum kommt erst unter Gören so richtig in Tritt, holte unter dem Neu-Trainer 15 von 18 möglichen Punkten und hat noch alle Optionen, vor dem Winter aus eigener Kraft Platz vier zu erreichen. Gießen allerdings scheint zu weit weg zu sein: Selbst bei einem Sieg betrüge der Rückstand noch 19 Zähler, wenn auch bei noch zwei Spielen in der Hinterhand. „Wir wollen auf jeden Fall die drei Punkte bei uns behalten. Unser Ziel ist immer, zu gewinnen“, macht Gören klar, der allerdings auch um die Stärken des Gegners weiß. Um Gießen zu knacken, setzt der Ex-Profi dabei vor allem auf die eigenen Stärken: „Wir wissen, was wir können. Wir wollen Fußball spielen, müssen ruhig bleiben, nicht in Hektik verfallen und dürfen die Kontrolle nicht verlieren. Wir wollen gut gegen den Ball arbeiten und in Ballbesitz unsere Stafetten anbringen, um uns Torchancen zu erspielen“, verdeutlicht der Coach.

Dabei muss die SGB allerdings auf Stürmer Christopher Bieber verzichten, der sich in Lohfelden einen Innenbandanriss zugezogen hat. „Das dauert seine Zeit. Ich glaube nicht, dass er dieses Jahr noch spielt“, bedauert Gören, der allerdings mit Florian Münkel, Marius Strangl, Patrick Broschke, Benjamin Trümner oder auch David Wollny einige Alternativen für die Position in vorderster Front hat. Kein Thema sind hingegen Dominik Rummel, Marcel Trägler, Jan-Niklas Jordan oder Matija Poredski: „Wir haben alle Spieler, die lange verletzt waren, jetzt in die Winterpause geschickt, damit sie dann in der Rückrunde wieder zur Verfügung stehen und jetzt nicht noch etwas passiert“, erläutert Gören. Auch auf der Torwartposition hat sich die Situation entspannt, bis auf Aykut Bayar (Knöchel) sind alle Keeper im Training. Aufgrund seines parierten Elfmeters in der Nachspielzeit in Lohfelden dürfte Benedikt Kaiser aber gute Karten haben, auch gegen Gießen im Kasten zu stehen.

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