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Zwei Nackenschläge sind einer zu viel

11. August 2025

Auch unser zweites Saisonspiel haben wir verloren: 2:3 (2:2) hieß es am Samstag bei Eintracht Trier, nach rassigen 90 Minuten mit strittigen Entscheidungen und bei fast 30 Grad Hitze im Moselstadion. Mit purer Effektivität hatten wir das Spiel zwischenzeitlich gedreht, ehe es zwei Nackenschläge gab: Das 2:2 spät in der Nachspielzeit vor der Pause und einen Platzverweis in Hälfte zwei

Eintracht Trier feierte nach einer verkorksten Rückrunde der Vorsaison damit den ersten Regionalliga-Sieg seit Ende Februar (!), wir müssen noch auf die ersten Punkte in 2025/26 warten.

So verhalten unser Offensivspiel in der Vorwoche gegen die Stuttgarter Kickers (0:1) war, so effizient war es in Trier vom Start weg – was fast für eine überraschende Pausenführung gesorgt hätte. Während der SVE viel investierte, nach der Führung per Konter durch Sven König aber wenig Ertrag bekam, drehten wir das Spiel mit zwei Chancen: Zunächst war es Moritz Dittmann aus dem Nichts, der auf und davon war und sich freistehend die Möglichkeit nicht nehmen ließ (26.). Danach trat Nick Berger auf den Plan, der von links von Sebastian Schmitt per scharfer Flanke bedient wurde und den Ball nur noch über die Linie drücken musste (39.). Plötzlich führte unsere Föllscheelf, bei der David Siebert und Hans Nunoo Sarpei ihr Startelf-Debüt feierten und für Reinhard beziehungsweise Köhler in die Startelf gerückt waren. „Gerade mit Ball war das sehr ordentlich, wir haben die Tore gut herausgespielt. Das hatte uns lezte Woche gefehlt“, sagte Trainer Daniyel Cimen.

Sarpei unterstützte Korzuschek und Pomnitz in der Zentrale, während Siebert rechts außen unterwegs war. Berger kam im 4-3-3 über links, Dittmann spielte vorne. In diesem System hatten wir eigentlich gut ins Spiel gefunden, verteidigten dann aber einen Konter des SVE ganz schlecht, den König mit einer Körpertäuschung und einem trockenen Schuss ins kurze Eck vollstreckte (15.). Die Eintracht war damit obenauf, verteidigte dann aber beim Ausgleich ebenso unaufmerksam und machte uns wieder stark. Vor dem 2:1 für die Gäste hätte es allerdings Elfmeter geben können, weil Pietro Besso nach einer Ecke wohl mit der Hand am Ball war (29.). Diesen Strafstoß gab es dann aber noch tief in der Nachspielzeit, die wegen einer Trinkpause bei fast 30 Grad im Moselstadion nötig war. Ein Freistoß traf Sarpei in der Bauchregion, er blieb zunächst liegen, doch das Gespann hatte ein Handspiel gesehen – Marceta stellte den 2:2-Pausenstand her, den zuvor schon Noah Herber zweimal im Privatduell mit dem starken Justin Duda (44., 45.+3) verpasst hatte, der direkt nach dem Seitenwechsel wieder an unserem Schlussmann scheiterte (47.).

„Zur Wahrheit gehört dann auch, dass wir die Gegentore leider wieder zu einfach bekommen“, klagte Cimen entsprechend, war aber auch mit dem Elfmeter nicht ganz einverstanden: „Hans beteuert, dass er den Ball gegen die Brust, eventuell sogar in die Rippen bekommen hat. Wir mussten zur Halbzeit überlegen, ob wir wechseln, weil er schwer Luft bekam“.

Die Eintracht war nach der Pause aber das bessere Team, spielte zielstrebiger nach vorne und brachte auch gefährliche Standards vors Tor. Nach einer guten Stunde dann der zweite Knackpunkt, als wir gerade wieder besser ins Spiel fanden: Aaron Frey musste mit Gelb-Rot vom Platz – kleinlich, aber konsequent vom Schiri, der Frey beim Elfmeter zum 2:2 wegen Meckerns verwarnt hatte. Auf die Unterzahl reagierte Cimen mit defensiven Wechseln, ehe Mateo Biondic das Tor des Tages gelang: Sein Schuss aus 23 Metern schlug im Winkel ein und Trier war wieder vorne (73.).

Die Eintracht spielte die Führung dann etwas ruhiger herunter, während wir nochmal offensiver werden mussten: Niklas Antlitz bekam sein ersten Saisonminuten und setzte einen Freistoß aus bester Position knapp drüber (88.).

„Der Sonntagsschuss hat dann leider irgendwie zum Spiel gepasst“, bedauerte Cimen nach Abpfiff, der die Schiedsrichter-Entscheidungen gar nicht so sehr nochmal aufrollen wollte: „Klar, damit war es doppelt und dreifach ärgerlich. Aber wir stehen wieder hier, hätten drei Punkte haben können, aber haben jetzt immer noch null. Es war wieder ein Elfmeter, und ein eigener Eckball, der zum Gegentor führte. Das müssen wir knallhart ansprechen und schnellstmöglich abstellen.

Eintr. Trier: Novakovic; Heinz, Yavuz (84. Kinscher), Biondic (90. Weigelt), Marceta, König (77. Laux), Wrusch (77. Lohei), Rahn, Awassi, Spang, Herber (77. Sossah).

Barockstadt: Duda – Iljazi, Besso (82. Antlitz), Frey, Schmitt (67. Habermehl) – Sarpei, Pomnitz, Berger (59. Hillmann) – Siebert (59. Reinhard), Dittmann, Korzuschek (67. Grösch).

Schiedsrichter: Kadir Yagci (Seitingen-Oberflacht)

Tore: 1:0 Sven König (15.), 1:1 Moritz Dittmann (26.), 1:2 Nick Berger (39.), 2:2 Damjan Marceta (45.+7, Handelfmeter), 3:2 Mateo Biondic (73.)

Zuschauer: 2882

Gelb-Rote Karte: Aaron Frey (Barockstadt, 63.)