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Wir schlagen den Meister

12. Mai 2026

Vor dem Anpfiff gab es Applaus und Blumen, in den folgenden 90 Minuten keine Geschenke mehr: Wir haben gezeigt, dass wir bereit für das Hessenpokalfinale und womöglich reif für mehr sind. Trotz vier Veränderungen in der Startelf gelang uns am Samstag ein 2:0 (0:0)-Auswärtssieg beim Meister SG Sonnenhof Großaspach.

Womöglich steckten dem Meister noch die Feierlichkeiten aus der Vorwoche in den Knochen. Doch beim letzten Heimspiel und zur Meister-Ehrung durch die Regionalliga Südwest hatte sich die SG Sonnenhof Großaspach sicher etwas anderes vorgestellt, als eine verdiente Niederlage: Wir spielten den Party-Crasher und leiteten die SGA-Fete nach Abpfiff mit den Fans mit zwei Toren nach der Halbzeitpause ein.

„Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir es defensiv unglaublich stabil verteidigt, bis auf ein paar Standards, wo die Wucht von Großaspach sichtbar wurde, hat mir das gut gefallen. Nach vorne waren wir mutig und haben die Tore zur richtigen Zeit gemacht“, war Daniyel Cimen vollauf zufrieden, betonte aber auch: „Wir wissen das Ergebnis richtig einzuordnen, und dass Großaspach – ohne es zu wissen – sich vielleicht nach der Meisterschaft nicht so auf das Spiel vorbereitet hat, wie die Wochen zuvor. Wir wussten, dass das auch nochmal ein paar Prozent ausmachen kann“. Dennoch hat Cimen höchsten Respekt vor der Saison des Gegners, der sich nun in Liga drei verabschiedet.

Schöne Geste schon vor dem Anpfiff: Unsere Spieler und das Trainerteam standen bereits fünf Minuten vorher Spalier und warteten auf den Meister, klatschten im Takt zur eigens komponierten Hymne von Andrea Berg mit und zollten dem Gegner für den Durchmarsch aus der Oberliga in die Drittklassigkeit Respekt. Auch Volker Hilpert aus der SGB-Führungsriege übernahm nochmal das Mikrofon und gratulierte dem „Dorfklub“, der noch ein paar Spieler verabschiedete, ehe der Ball rollte. Der Meister riss das Spiel zunächst an sich, hatte mehr Ballbesitz und die besseren Chancen. Doch es deutete sich schon an, dass wir nicht nur zum Gratulieren anreisten: Nach einer Riesenchance durch Lukas Stoppel (20.), der an Justin Duda vorbei war und über das fast  leere Tor schoss, und einer Trinkpause, waren wir plötzlich viel besser drin im Spiel. Keeper Duda war neben Iljazi, Besso und Reinhard einer von vier Neuen in der Startelf. Hans Nunoo Sarpei stabilisierte hinten immer wieder zwischen den Innenverteidigern, während Iljazi und Kraft auf den Schienen Betrieb machten. Moritz Dittmann war ebenfalls wieder großer Aktivposten und verzog knapp bei der ersten dicken Chance (22.).

Bis zur Halbzeitpause hielten wir den Meister in Schach, waren selbst etwas näher an der Führung und kamen auch druckvoll in die zweiten 45 Minuten. Der Lohn folgte kurz nach dem Seitenwechsel, als Roko Ivankovic nach Kraft-Hereingabe aus dem Rückraum abzog und die Kugel über Umwege ins Netz beförderte (53.). Großaspach wirkte wackelig, wollte aber auf keinen Fall zur Meisterparty verlieren – und Coach Pascal Reinhardt reagierte entsprechend schnell. Doch die zweite Halbzeit gehörte weiter uns und konnten durch Moritz Reinhard per Kopf nach toller Pomnitz-Flanke den Deckel draufmachte (77.). Die etwa 40 bis 50 mitgereisten Fans feierten schon in den Schlussminuten oberkörperfrei mit einer Polonaise im Block, und Cimen verschenkte nochmal Spielminuten und Regionalliga-Debüts: Max Stadler feierte sein Comeback nach langer Verletzungspause, Talent Lennox Erb, der künftige Eichenzeller Coach Marius Grösch sowie der dritte Torwart Dimitrios Diamantidis kamen in die Partie.

Großaspach: Reule; Celiktas, Mistl, Tasdelen (59. Kunde), Le. Maier, Landwehr (78. Molinari), Eisele, Nuraj, Lo. Maier (72. Düwel), Schwarz (59. Pollex), Stoppel (59. Kleinschrodt).

Barockstadt: Duda (90. Diamantidis) – Kraft, Habermehl, Besso, Iljazi – Ivankovic, Sarpei (90. Grösch) – Dittmann (90. Erb), Reinhard (84. Köhler), Pomnitz – Göbel (79. Stadler).

Schiedsrichter: Fabian Reuter (Heidelberg)

Tore: 0:1 Roko Ivankovic (53.), 0:2 Moritz Reinhard (77.)

Zuschauer: 1407