#Heimat, Herz und Leidenschaft

Follow us:

Traum geplatzt – Wir verlieren das große Finale

23. Mai 2026

Der große Traum DFB-Pokal ist geplatzt: Wir verlieren das Finale im Fußball-Hessenpokal am Samstagnachmittag am Bieberer Berg mit 1:2 (0:1) gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden verloren.

Zweimal ging Wehen Wiesbaden in der Manier eines Drittligisten in Führung – denn der Favorit machte aus wenigen Möglichkeiten viel: Wir hatten gerade Mitte der ersten Halbzeit eine Phase klar bestimmt und verpassten durch Moritz Dittmann die Führung, die stattdessen Justin Janitzek gelang. Doch auf den Pausenrücktand fanden wir eine klasse Antwort: Kapitän Leon Pomnitz ging voran, stibitze Flotho den Ball im Mittelfeld und machte sich auf in Richtung Tor. Sein Abschluss war nicht hart, aber platziert, und schlug im unteren Eck ein. Das 1:1 hielt jedoch nur gute zehn Minuten – diesmal ergatterte der Wehener Moritz Flotho den Ball von Keanu Kraft, und bediente Luka Schleimer, der mit seinem Flachschuss Aaron Frey durch die Hosenträger traf – Samuel Zapico sah den Ball offenbar zu spät.

Jegliche offensive Patronen, die es noch gab, brachte Trainer Daniyel Cimen vor rund 3500 Zuschauern in Offenbach bis zum Ende des Spiels, doch wirklich schlagkräftig kamen wir nicht mehr vor das Tor des SVWW. Doch wir hatten über 90 Minuten einen emotionalen Fight mit riesiger Unterstützung der in weiß gekleideten Fans aus Osthessen abgeliefert und war mit dem Drittligisten auf Augenhöhe.

Schöne Geste: Wir hatten beim Warmmachen neue Shirts dabei, auf denen das Konterfei des verstorbenen Vorstands Dirk Schütrumpf abgebildet war.

So nah dran… Das dachte sich auch Trainer Daniyel Cimen und sprach mit Enttäuschung und Stolz: „Wir haben dem Gegner hier alles abverlangt, am Ende entscheiden Kleinigkeiten in solchen Finals. Da darfst du dir nicht den einen Fehler mehr oder zu viel erlauben“. Mit dem Ausgleich sei „ein Ruck“ durch die Mannschaft gegangen, doch gerade, als wir Oberwasser bekamen, nutzte der SVWW einen Ballverlust zum 2:1. „Das gehört auch dazu, daraus müssen wir lernen“. Cimen bezeichnete sich aber selbst als „Stehaufmännchen“ und gab das direkt an die Mannschaft weiter: „Wir werden gestärkt zurückkommen und weitermachen, um irgendwann selbst hier zu stehen und den Pokal in der Hand zu halten“. Das Lob galt auch den Fans: „Es war eine tolle Pokalsaison. Wahnsinn, was wir bewegt haben und was hier auch los war“. Seine Spieler verabschiedete Cimen in Richtung Mallorca, der Flug geht schon am Pfingstsonntag. Beim Coach, der im Frühjahr zum dritten Mal Papa geworden ist, werde es eher ein „Familienurlaub“.

Groß war die Freude natürlich bei SVWW-Coach Daniel Scherning, der nach Abpfiff angab: „Fulda war zweitbeste Rückrundenmannschaft der Regionalliga Südwest. Wir haben zwei 100-prozentige Chancen auf das 2:0 kurz vor der Halbzeit, am Ende war es zu zehnt dann nochmal schwieriger, aber wir haben Moral gezeigt heute“. Club-Legende Mockenhaupt wurde somit mit einem Titel verabschiedet, das freute auch den Trainer. Eine „spontane Feier“ in Wiesbaden sei angepeilt, nach der Siegerehrung ging es für den Drittligisten dann zurück in die Heimat.

Barockstadt: Zapico – Kraft (77. Iljazi), Habermehl (84. Köhler), Frey, Hillmann (74. Korzuschek) – Ivankovic, Sarpei – Dittmann, Pomnitz, Schmitt (63. Reinhard) – Göbel.

SV W. Wiesbaden: Stritzel; Mockenhaupt, May (60. Johansson), Gözürisin, Janitzek, Lewald, Gillekens, Flotho, Kaya (75. Kalem, 90.+4 Neubert), Schleimer (60. Greilinger), Cardenes (75. Fechner).

Schiedsrichter: Christoph Rübe (OSC Vellmar)

Tore: 0:1 Justin Janitzek (37.), 1:1 Leon Pomnitz (48.), 1:2 Lukas Schleimer (59.)

Zuschauer: 3579

Gelb-Rote Karte: Jordy Gillekens (Wehen Wiesbaden, 90.+3)