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Teufelskerl Zapico: Drei gehaltene Elfmeter fürs Finale

26. März 2026

War das ein irrer Abend am Bieberer Berg: Wir stehen erstmals im Endspiel um den Hessenpokal! Das Halbfinale bei Kickers Offenbach entwickelte sich zur Nervenschlacht, in 90 Minuten war kein Tor gefallen, also ging es mit 0:0 ins Elfmeterschießen. Dort gab es dann nur einen Mann, der den OFC zur Verzweiflung brachte: Torhüter Samuel Zapico .

Schon in Hälfte zwei hatte Zapico uns im Spiel gehalten, ehe es in die Lotterie ging. Doch das war fast keine Lotterie, mit der Nervenstärke des Torhüters: Den ersten Elfer gegen den extra eingewechselten Keanu Staude parierte Zapico mit dem Fuß und hatte göttliche Mithilfe der Querlatte, von der die Kugel wieder vor die Linie sprang. Danach parierte er noch gegen Borsum und Mustafa – und der Finaleinzug direkt vor der Gästekurve war perfekt. Ebenso die Revanche für das verlorene Halbfinale im Elfmeterschießen vor zwei Jahren in Fulda. Ein historischer Abend für Fußball-Osthessen, ein neuerlicher Tiefpunkt für den Traditionsverein aus Offenbach.

Von einer „bombastischen Stimmung“ berichtete Sportdirektor Patrick Schaaf nach Ende des Elfmeterschießens, der sich unfassbar für die Jungs freute: „Ausgenommen des Spiels gegen Schott Mainz ist die Mannschaft seit dem Winter in einer richtig guten Form. Wir haben uns heute belohnt, das ist der Verdienst der gesamten Mannschaft. Wir waren in der ersten Halbzeit schon näher am 1:0, hatten in der zweiten dann erstmal Probleme, aber hintenraus wurde es wieder besser und dann hat definitiv heute die richtige Mannschaft im Elfmeterschießen gewonnen“.

Die erste Hälfte am Bieberer Berg war intensiv und auf Augenhöhe, mit guten Phasen für beide Teams. Wir kamen ganz gut rein, überstand aber die erste Kopfballchance von Borsum (5.). Offenbach biss sich dann mehr und mehr in die Partie, während Keanu Kraft den gefährlichen Abschluss von Ron Berlinksi kurz vor der Linie klären konnte (12.) – die bis dato beste Chance. OFC-Keeper Johannes Brinkies hingegen brachte in seinem 100. Pflichtspiel für Offenbach die Fingerspitzen noch an den Freistoß von Nicola Köhler heran (21.), der im Zentrum immer wieder mit Ballsicherheit und Dribbelstärke auffiel. Dennoch machten beide Teams auch den ein oder anderen Stopfehler, aber noch ohne Folgen. Wir erkämpften uns Richtung Halbzeitpause wieder ein Übergewicht, spielten bis zum Strafraum super, kamen aber zu selten dicht vors Tor. Einmal gelang es aber: Sarpei brachte einen langen Ball auf Moritz Dittmann, der erst Breitenbach abschüttelte und dann mit dem Rücken zum Tor per Hacke an Brinkies vorbei treffen wollte – das misslang, Kapitän Pomnitz stand dicht daneben einschussbereit (39.).

OFC-Trainer Mark Zimmermann reagierte auf diese Mega-Chance und nahm den glücklosen Skolik vom Platz. Bevor es in die Kabine ging, versuchte es Berlinski noch zweimal: Seine Direktabnahme flog weit vorbei (44.), sein Freistoß landete in den Armen von Samuel Zapico (45.+2), dann war Pause.

Im zweiten Durchgang wurde Samuel Zapico zum mit Abstand wichtigsten Mann, denn der OFC war vom Wiederanpfiff weg auf dem Gaspedal. Die Parade gegen Borsums Kopfball war noch eine leichte Übung (53.), dann flankte Jelle Goselink auf Berlinski, der Zapico zu einer super Parade zwang (56.). Auch Barry und Arh Cesen versuchten es nur wenige Augenblicke später, und die Offenbacher hatten das Kommando übernommen – auf und neben dem Platz. Über 5600 Zuschauer waren am Bieberer Berg, davon rund 500 im Gästeblock. Nur einen Konter konnten wir zwischendurch setzen, dabei wurde der umtriebige Köhler geblockt (69.) und auch berührt, aber ein Elfmeterpfiff wäre wohl zu viel des Guten gewesen.

Stattdessen wollte der OFC die Entscheidung vor Ablauf der 90 Minuten erzwingen: Goselinks Kopfball läutete die Schlussviertelstunde ein, wieder flog Zapico mit seinen fast zwei Metern und kratzte den Ball spektakulär raus (76.). Doch auch wir machten in einer hektischen Schlussphase wieder mit, in der es hin und her ging. Viele Wechsel brachten den Spielfluss raus, gefährliche Bälle gab es aber noch – nur meist keine Abnehmer, auch wenn Ivankovic bei der letzten Pomnitz-Ecke nochmal mit dem Kopf herankam (90.+6). Folgerichtig ging es danach ins Elferschießen…

Offenbach: Brinkies; Borsum, Dejanovic (84. Korb), Barry (89. Staude), Knothe, Arh Cesen, Berlinski (73. Mustafa), Skolik (41. Goselink), Karada, Breitenbach, Marcos.

Barockstadt: Zapico – Kraft (88. Iljazi), Habermehl (90.+4 Grösch), Frey, Schmitt – Sarpei, Ivankovic – Dittmann, Köhler (72. Klein), Pomnitz – Göbel (84. Pourié).

Schiedsrichter: Marcel Rühl (FSG Wettenberg)

Tore: 

Zuschauer: 5648

Elfmeterschießen: Keanu Staude scheitert an Zapico, 0:1 Sebastian Schmitt, Jona Borsum scheitert an Zapico, 0:2 Marius Grösch, 1:2 Sascha Korb, Aaron Frey schießt neben das Tor, 2:2 Ouassim Karada, 2:3 Moritz Dittmann, Valdrin Mustafa scheitert an Zapico.