Am Ende waren die Beine wahrscheinlich etwas zu schwer: Nach der magischen Pokalnacht in Offenbach unter der Woche hatten wir die zweite Niederlage im Jahr 2026 kassiert. Im Hessenderby beim TSV Steinbach Haiger unterlag die Elf von Daniyel Cimen mit 1:2 (0:2).
Der vermeintlich vorentscheidende Treffer fiel zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt kurz vor der Pause: Einen Freistoß der Gastgeber konnte Pokalheld Samuel Zapico nicht festhalten, der agile Steinbacher Publikumsliebling Serkan Firat nahm Maß und stellte unmittelbar vor dem Pausenpfiff auf 2:0 – ein Rückschlag, von dem wir uns trotz einer starken zweiten Halbzeit nicht mehr erholen sollten. „Ein dummes Gegentor“, haderte Daniyel Cimen: „Das war ein unnötiger Ballverlust in eigenem Ballbesitz.“
Generell war uns zumindest in der ersten Halbzeit durchaus anzumerken, dass die kräftezehrende Hessenpokalpartie noch in den Knochen steckte. Wir begannen zwar mutig und hatten durch eine Volleyabnahme von Leon Pomnitz auch die erste Chance der Partie, in der Folge übernahm Steinbach aber immer mehr das Kommando: Eros Dacaj (7.) und Ole Käuper (10.) trafen innerhalb von 180 Sekunden nur die Latte, Jonas Singer machte es allerdings nur wenig später besser. Wieder war Dacaj beteiligt, der Singer nach einem schönen Doppelpass in Szene setzte – und der 28-Jährige Linksaußen blieb aus relativ spitzem Winkel eiskalt vor dem chancenlosen Zapico, mithilfe des Innenpfostens fand der Ball den Weg ins Tor (14.).
In der Folge verflachte das Spiel etwas, das aktivere Team blieben aber dennoch die Hausherren. Besonders bitter aus unserer Sicht: In den Minuten vor der Pause drängten wir auf den Ausgleich und hatten unter anderem durch Winterneuzugang Luis Klein eine gute Möglichkeit zum 1:1, TSV-Keeper Kevin Ibrahim war jedoch stets zur Stelle und verhinderte den Gegentreffer – der dafür quasi mit dem Halbzeitpfiff auf der anderen Seite fiel. „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren. Da waren wir nicht präsent genug, und wenn man einer Mannschaft wie Steinbach diese Zeit und diesen Raum gibt, haben sie die Qualität, das auch entsprechend auszuspielen“, konstatierte Cimen.
In den zweiten Durchgang starteten wir dann wesentlich aktiver: Mit den Einwechslungen von Milian Habermehl und Roko Ivankovic erhielt das Spiel frischen Wind – und auch nach vorne ging plötzlich wieder mehr: Klein und Aaron Frey scheiterten an Ibrahim, Pietro Besso verpasste am zweiten Pfosten (57.) – der Anschluss lag in der Luft und sollte nur 60 Sekunden später auch fallen. Nach offensivem Powerplay brachte Leon Pomnitz eine Ecke von der linken Seite punktgenau in die Mitte, Frey stieg am höchsten und nickte freistehend ein – überfällig zu diesem Zeitpunkt. Wir drängten nun ein ums andere Mal auf den Ausgleich, Steinbach konzentrierte sich aufs Verteidigen und die wenigen Umschaltsituationen.
Die mit Abstand beste Chance zum 2:2 hatte der schon in Offenbach bärenstarke Hans Nunoo Sarpei, aus kurzer Distanz konnte der TSV aber in höchster Not noch auf der Linie klären – zwar hatten auch die Hausherren ein ums andere Mal die Gelegenheit, den Deckel drauf zu machen, alles in allem wäre aber zumindest ein Punkt aus unserer Sicht nicht unverdient gewesen. Der TSV überstand unsere Schlussoffensive jedoch schadlos und konnte den zweiten Sieg in 2026 feiern, während wir uns mit der zweiten Niederlage abfinden müssen. „Wir haben in der zweiten Halbzeit eine sehr, sehr gute Reaktion gezeigt“, befand Cimen abschließend: „Nach anstrengenden sechs Tagen und einem 0:2 so zurückzukommen, das spricht für die Mannschaft. Natürlich wäre es schön für die Moral gewesen, hier einen Punkt mitzunehmen, aber das wird uns auch so nicht umwerfen. Wir arbeiten das auf, sortieren uns, und dann bereiten wir uns auf Offenbach vor.“ Bereits am kommenden Wochenende geht es für uns erneut gegen den OFC, dann aber zuhause in der Johannisau.
Steinbach: Ibrahim; Galle, Etse, Näpflein, Pronichev (68. Pfahl), Dacaj, Firat, Wirtz, Kircher, Singer (90. Gleißner), Käuper
Barockstadt: Zapico – Iljazi (74. Siebert), Besso, Frey, Schmitt (46. Habermehl) – Sarpei, Pomnitz – Dittmann, Köhler (46. Ivankovic), Klein (74. Reinhard) – Göbel (76. Pourié)
Schiedsrichter: Philipp Schlegel (Unterstadion)
Tore: 1:0 Jonas Singer (14.), 2:0 Serkan Firat (45.), 2:1 Aaron Frey (58.)
Zuschauer: 785