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Irre Schlussphase: SGB dreht 0:2 in 3:2-Sieg

9. November 2019

Drei späte Tore bescherten der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz endlich wieder einen Hessenliga-Heimsieg: Gegen den FSV Fernwald, der als Tabellenletzter in die Johannisau gereist war, feierte die SGB einen wichtigen 3:2 (0:1)-Sieg. Doch zwischenzeitlich sah es gar nicht gut für das Team von Trainer Sedat Gören aus. Das Schlusslicht führte in Durchgang zwei plötzlich mit 2:0, bis dahin ließen die Barockstädter einiges vermissen.

Lange sah es so aus, als könne die SGB im eigenen Stadion gar nicht mehr gewinnen. Dann brach eine völlig verrückte Schlussviertelstunde an: Die Hausherren, die sich so lange so schwertaten, 0:2 in Rückstand gerieten und von den Fans auf der Haupttribüne lautstark kritisiert wurden, drehten plötzlich auf und erzielten drei Tore binnen elf Minuten. „Diesen Schwung der letzten Viertelstunde müssen wir jetzt in die restliche Runde mitnehmen“, betonte Abwehrchef Markus Gröger nach dem wichtigen, aber keinesfalls überzeugenden Sieg.

Die wahnsinnige Aufholjagd begann in der 77. Minute: Eine Ecke wurde zunächst geklärt, doch Rechtsaußen Patrick Broschke hämmerte den Nachschuss aus 17 Metern ins linke Eck. Kurze Zeit später war es Dominik Rummel, der eine Flanke von Broschke unhaltbar per Kopf verwertete (82.). In den letzten fünf Minuten stand dann der eingewechselte Yves Böttler im Mittelpunkt: Der Sturmstark vergab erst zweimal aus guter Position, schließlich stand der 27-Jährige dann doch goldrichtig. Dominik Crljenec flankte butterweich an den langen Pfosten und Böttler musste nur noch einköpfen (88.) – das erlösende 3:2.

„Wir dürfen das Spiel jetzt nicht auf einzelne Spielabschnitte reduzieren. Insgesamt habe ich eine ordentliche Leistung gesehen, für die wir uns dann in der letzten Viertelstunde belohnt haben“, resümierte derweil SGB-Coach Sedat Gören, der einen Grund dafür benannte, warum sich seine Elf im eigenen Stadion so schwer tut: „Sobald wir eine schlechte Aktion zeigen, kommen die negativen Rufe von der Tribüne. Meine Jungs sind keine Profis, die das einfach ausblenden können“, kritisierte Gören.

Schon zu Beginn deutete sich an, dass die SGB gegen Schlusslicht Fernwald kein leichtes Spiel haben sollte. Die Hausherren, bei denen Mittelfeldspieler Dennis Müller überraschend als Linksverteidiger auflief, waren zwar permanent im Ballbesitz, vor dem Tor blieb die Gören-Elf jedoch zu harmlos. Marcel Trägler (2.) und Broschke (4.) setzten ihre Schüsse deutlich über Kasten und Rummel verpasste eine Hereingabe nur knapp (6.). In der Folge tat sich Fulda-Lehnerz sehr schwer, den Abwehrriegel der Gäste zu knacken. Gefährlich wurde es nur, als Leon Pomnitz einen Freistoß aus 25 Meter an den Pfosten setzte (35.). Das Tabellenschlusslicht verteidigte weiterhin geschickt und schockte die Hausherren zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt, nämlich kurz vor der Halbzeit: Ein Steckpass in den Strafraum fand Nicolas Strack, der den Ball aus halbrechter Position im langen Eck unterbrachte (43.).

Nach dem Seitenwechsel stellte SGB-Chefcoach Gören dann auf eine Dreierkette um und brachte den wiedergenesenen Spielmacher Andre Fließ für Niklas Breunung. Die taktische Umstellung machte sich zunächst jedoch ganz und gar nicht bemerkbar, denn Fulda wirkte weiterhin ideenlos. Gerade, als sich die Domstädter dem Ausgleich annäherten, schlug Fernwald erneut aus dem Nichts zu: Max-Peter Mohr schlug eine Flanke von der rechten Seite in den Strafraum, Felix Erben stand völlig frei und nickte mit dem ersten Ballkontakt nach seiner Einwechslung ein (71.) „Ich kann mir ehrlicherweise die Leistungssteigerung am Ende nicht erklären“, gab nach dem Spiel dann Außenverteidiger Benjamin Fuß zu: „Fakt ist, dass wir gewonnen haben. Morgen fragt wahrscheinlich schon keiner mehr, wie der Sieg zustande kam“, atmete er auf.

SG Barockstadt: Wolf – Fuß, Gröger, Breunung (46. Fließ), Müller – Crljenec – Broschke, Schaaf, Pomnitz (71. Böttler), Trägler – Rummel (90. Torcuatro).

FSV Fernwald: Göltl – Mohr, Bender, Dettki, Burger, Simon – Bartheld, Goncalves (86. Geisler), Ersentürk – Celik (80. Völk), Strack (70. Erben).

Schiedsrichter: Thorsten Eick (Alsfeld/Eifa)

Tore: 0:1 Nicolas Strack (43.), 0:2 Felix Erben (71.), 1:2 Patrick Broschke (77.), 2:2 Dominik Rummel (82.), 3:2 Yves Böttler (88.)

Zuschauer: 450.

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