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In Überzahl ausgekontert – Wir verlieren an der Dreisam

23. September 2025

Statt auf die Siegerstraße zurückzukehren, haben wir wieder einen Rückschlag erlitten: 1:2 (0:1) verloren wir am Samstag bei der U23 des SC Freiburg – und das nach gut einer Halbzeit in Überzahl. Mit einem Mann weniger hatten die Breisgauer zwischenzeitlich sogar 2:0 geführt, ehe sich in der Schlussphase die Gemüter erhitzten.

Unser Torwart Justin Duda sah zu Beginn der Nachspielzeit Glatt-Rot wegen Nachtretens – oder zumindest wegen des Versuchs. Die Szenerie spielte sich fast an der Eckfahne ab. Wir lagen mit 1:2 hinten, wollten das Spiel schnell machen, dann gerieten einige Spieler aneinander. Auch auf der Freiburger Bank sah ein Betreuer Glatt-Rot, der Trainer hatte schon vorher Gelb gesehen. Wir hatten bis dato schon alle Wechselmöglichkeiten ausgeschöpft, Milian Habermehl musste für die lange Nachspielzeit ins Tor – er war für Aaron Frey als einziger Wechsel in die Startelf gerückt. „Es war ein absolut gebrauchter Tag für uns, und das passte leider ins Bild“, so Trainer Daniyel Cimen.

Die Schiedsrichter-Thematik verfolgte uns auch dezent in der prallen Sonne des Dreisamstadions wieder: Nach zehn Minuten wurde Tim Korzuschek im Strafraum abgeräumt – aber wohl noch fair. Nach einer guten halben Stunde war es dann Moritz Dittmann, der einen Abstauber mi Tor unterbrachte, aber wegen Abseits zurückgepfiffen wurde (31.). Zuvor hatte SGF-Keeper Jantunen den Kopfball von Moritz Reinhard klasse pariert – der wiederum gezählt hätte. Cimen haderte: „Am Ende sind die Schiris ja auch nur Menschen. Wenn das mal passiert oder wir von einem Schritt sprechen, kann ich das verstehen. Aber im Video war klar zu sehen, dass Dittmann gut einen Meter hinter der Abseitslinie steht, das kann ich dann auf diesem Niveau schon erwarten. Nach acht Spieltagen ist das in der Menge mittlerweile schon brutal für uns“.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Freiburg das Spiel etwas an sich gerissen und mehr Offensivaktionen – die Führung durch Leon Catak zuvor hatte sich bereits angedeutet: Catak stand nach Vorlage von Amegnaglo über die rechte Außenbahn in der Mitte zu frei im Strafraum (22.), kurz vorher rettete schon Keanu Kraft auf der Linie gegen den Torschützen.

Doch in der Schlussviertelstunde der ersten Hälfte drehten wir nochmal auf, gingen früher drauf und eroberten einige Bälle in der gegnerischen Hälfte. So entstand das vermeintliche Abseitstor von Dittmann, ehe Freiburg durch eine Gelb-Rote Karte noch vor der Pause in Unterzahl geriet: Rouven Tarnutzer sah für ein taktisches Foul die zweite Gelbe, die erste war zugegebenermaßen auch sehr kleinlich vom Unparteiischen. „Am Anfang waren wir defensiv etwas zu passiv, aber das Tor hat uns dann wachgerüttelt“, meinte Cimen.

Was strittige Entscheidungen angeht, stand es also 1:1. Doch auf der Anzeigetafel liefen wir dem Rückstand hinterher. In Überzahl im zweiten Durchgang kamen wir druckvoll aus der Kabine, konnten jedoch keine ganz zwingenden Möglichkeiten erarbeiten und wurde dann eiskalt ausgekontert: Freiburgs Schlussmann faustete einen Freistoß hinten raus, dann ging es ganz schnell, Catak und Mateo Zelic waren schneller als Schmitt und Kraft, die hinten absicherten, und legten sich das 2:0 auf (53.). „Das darf dann natürlich nicht passieren, aus einer eigenen Ecke heraus“, haderte Cimen. Es war ein Genickbruch für uns, der Trainer reagierte sofort und wechselte offensiv. Und Joker Tobias Göbel, der diesmal nicht bei der U23 zum Einsatz kam, stach prompt: Per Kopf vollendete er eine Flanke von Arlind Iljazi, der ebenfalls reingekommen war, zum Anschlusstreffer (66.).

Damit war der Mut nochmal geweckt, wir drückten Freiburg mit einem Mann mehr immer weiter hinten rein. Joker Berger scheiterte am Torwart, später reagierte Freiburgs Schlussmann Jantunen – finnischer U21-Nationalspieler – nochmal glänzend gegen einen weiteren Göbel-Kopfball (86.)., ehe die wilde Nachspielzeit folgte, in der die große Chance auf den Ausgleich ausblieb, aber auch Jack James zweimal auf SCF-Seite den Deckel hätte draufmachen können. Trotz der einen oder anderen unglücklicheren Entscheidung betonte Cimen nach Abpfiff aber auch: „Wir müssen uns da an die eigene Nase fassen. Das zweite Gegentor darf so nicht passieren, auf den Außen brauchen wir zu viele Kontakte für die Flanke und handeln uns dann noch eine, muss man sagen, dämliche Rote Karte ein und schwächen uns selbst“.

Freiburg II: Jantunen; Rüdlin, Catak (67. Ketterer), Amegnaglo (76. Founes), Tober (46. Wagner), Zelic (67. James), Tarnutzer, Steinmann, Rosenfelder (87. Schopper), Ogbus, Oguguo.

Barockstadt: Duda – Besso, Grösch (57. Göbel), Habermehl – Kraft (63. Iljazi), Sarpei (46. Campman), Pomnitz, Schmitt – Dittmann (57. Berger), Reinhard, Korzuschek (80. Siebert).

Schiedsrichter: Dominik Genthner (Heidelberg)

Tore: 1:0 Leon Catak (22.), 2:0 Mateo Zelic (53.), 2:1 Tobias Göbel (66.)

Zuschauer: 548le

Gelb-Rote Karte: Rouven Tarnutzer (Freiburg II, 39.)

Rote Karten: Justin Duda (Barockstadt, 90.+3) – wegen Tätlichkeit, Betreuer vom SC Freiburg II (90.+4)