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Heimsieg nach Rückstand: Joker Köhler erlöst uns

9. März 2026

War das wichtig! Wir krönten einen sonnigen Heimspieltag mit dem zweiten Sieg in Folge. 1480 Zuschauer in der Johannisau klangen in der Schlussphase mindestens wie das doppelte, als Joker Nicola Köhler im Strafraum eiskalt zum 2:1 (0:0)-Sieg traf.

Die Mainzer hatten ein ums andere Mal Probleme, die Bälle hinten raus zu klären. Das kam uns bei Moritz Dittmanns Ausgleichstreffer zugute, der vorne lauerte und für eine heiße Schlussphase sorgte. In dieser waren wir plötzlich wieder aufgeweckt, ganz im Gegensatz zum Beginn der zweiten Halbzeit. Der Lohn: Hans Sarpei machte eine Flanke im Strafraum klasse fest und legte rüber zu Nicola Köhler, der überlegt und flach ins Eck zum 2:1 traf. Er suchte den direkten Weg in die Fankurve, kletterte auf den Zaun – bei allen, die es mit uns hielten, fiel eine große Last ab. Köhler holte sich für den Jubel zwar noch Gelb ab, doch der Sieg hatte Bestand. Die Konkurrenz im Keller punktete am Samstag ebenfalls fleißig, umso wichtiger war der Dreier für uns.

„Wir haben Mainz ein Geschenk mit dem 0:1 gemacht, dann aber auch den Ausgleich geschenkt bekommen. Es hatte sich zu einem Geduldsspiel entwickelt, aber wir haben Leidenschaft und Energie gezeigt und wollten uns dann nicht auf dem 1:1 ausruhen. Wir sind ein gewisses Risiko gegangen und ich denke am Ende ist es kein unverdienter Sieg, mit dem wir uns belohnt haben“, freute sich Cheftrainer Daniyel Cimen.

Cimen, der die ganze Zeit auf heißen Kohlen saß beziehungsweise stand, da sich sein drittes Kind immer noch Zeit ließ, hatte zweimal gewechselt: Marius Grösch an seinem 32. Geburtstag ersetzte den gesperrten Habermehl in der Abwehr und übernahm die Kapitänsbinde, und Leon Pomnitz kehrte nach Sperre für Köhler zurück in die Startelf.

Die erste Halbzeit war noch taktisch geprägt, die Null stand aber – das war für die SGB augenscheinlich das Wichtigste. Aaron Frey hatte sich bereits nach vier Minuten Gelb abgeholt und fehlt damit nächste Woche, der Mainzer Toptorjäger Moreno Fell kam einmal gefährlich vors Tor (15.). Wir sorgten zunächst mit Standards für Gefahr, so zum Beispiel beim Kopfball von Ivankovic (17.), während ansonsten bis zur Halbzeitpause nicht allzu viel passierte.

Das änderte sich aber nach dem Seitenwechsel rapide: Wenige Minuten nach Wiederanpfiff ging Grösch im Strafraum mit den Händen gegen Videira ins Duell und brachte den Mainzer zu Boden. Der Elfmeter war die Folge – eine leichte Aufgabe für Ex-Profi Yunus Malli (53.). Dazu verletzte sich Kevin Hillmann parallel noch bei einem Zweikampf abseits des Balls, er musste zunächst behandelt und dann ausgewechselt werden. Offenbar war er auf den Arm oder die Schulter gefallen. Für Hillmann kam Luis Klein in die Partie, der Neuzugang aus Bayreuth feierte sein Debüt für uns.

Die beste Chance produzierte dann Tobias Göbel mehr oder weniger aus dem Nichts: Er brachte die Kugel mit dem Rücken zum Tor hoch in den Fünfer, ein Mainzer köpfte den Ball von der Linie (60.). Bis dato waren wir etwas angeschlagen vom Rückstand, doch mit einem Dreifachwechsel von Cimen kam wieder Leben ins Spiel: Besso, Köhler und Pourié kamen. Und nachdem Samuel Zapico auch noch artistisch per Flugkopfball außerhalb des Strafraums klären musste (64.), war es ein Spiel mit offenem Visier. Moritz Dittmann erarbeitete sich und seinem Team den Ausgleich, dann wollten beide den Sieg. Das glücklichere Ende hatten diesmal wir, und bewiesen nicht zum ersten Mal in dieser Saison, dass wir Rückschläge – und Rückstände – wegstecken können.

„Mich freut es für die Jungs“, sagte Trainer Cimen hinterher, angesprochen auf den Dreifach-Wechsel, der sich bezahlt machte: „Es waren vor dem Spiel schon schwierige Entscheidungen. Aber die fällen wir niemals gegen einen Spieler. Wir haben Nicola dann gebracht, weil er die Position etwas anders interpretiert als Leon. Das muss für jeden das Ziel sein – als Einwechselspieler so zu performen. Wir sind von jedem im Kader überzeugt“. Auch das Wort Luxusproblem nahm Cimen diesbezüglich in den Mund.

SG Barockstadt: Kraft, Grösch (68. Besso), Frey, Hillmann (54. Klein) – Ivankovic, Sarpei – Dittmann (90.+3 Iljazi), Pomnitz (68. Köhler), Schmitt – Göbel (68. Pourié).

Mainz 05 II: Gauer; Derstroff (90. Gabriel), Moreno Fell (82. Seven), Malli, Amann, Ugljanin, Müller, Azakir (46. Yamasaki), Marincau, Videira Pereira (90. Burger), Gleiber.

Schiedsrichter: Marvin Hoffmann (Heidelberg)

Tore: 0:1 Yunus Malli (53., Foulelfmeter), 1:1 Moritz Dittmann (72.), 2:1 Nicola Arcanjo Köhler (87.)

Zuschauer: 1480

Gelb-Rote Karte: Emanuel-Pavel Marincau (Mainz II, 90.+5)