Fünfter Heimsieg in Folge für uns – und zweifelsohne ein Besonderer: Die Mannschaft von Trainer Daniyel Cimen bezwang den KSV Hessen Kassel am Dienstagabend mit 2:1 (0:1). Wir ließen uns dabei auch von einem Rückstand zur Pause nicht aus der Ruhe bringen und drehten die Partie im zweiten Durchgang in nur vier Minuten.
Daniyel Cimen führte unser Team gewissermaßen selbst mit auf die Siegerstraße: Bereits im ersten Durchgang nahm er den bereits gelb verwarnten Hans Nunoo Sarpei vom Feld und brachte Moritz Reinhard, nach einer knappen Stunde kam dann außerdem Arlind Iljazi für Nicola Arcanjo Köhler – und nur drei Minuten später führte eine Ko-Produktion der beiden Joker zum Ausgleich: Iljazi hatte auf der rechten Seite zu viel Platz und brachte eine eigentlich nicht sonderlich gefährliche Flanke in den Strafraum, wo Moritz Reinhard aber goldrichtig stand und den Ball an KSV-Keeper Jonas-Janko Weyand vorbei zum 1:1 in die Maschen spitzelte (60.) – doch damit nicht genug: Wir belohnten uns für einen schon in der ersten Halbzeit couragierten Auftritt und legten direkt den nächsten Treffer nach – und was für einen: Eine Ecke von Leon Pomnitz fand Roko Ivankovic, der den Ball im Fallen per Kopf aus guten elf Metern im rechten Eck unterbrachte (64.) – Spiel gedreht, und das hochverdient. Zwar hatten wir in der einen oder anderen Situation durchaus auch Glück oder konnten uns auf den wieder einmal starken Schlussmann Samuel Zapico verlassen, unter dem Strich hatten wir jedoch nahezu über die kompletten 90 Minuten die Spielkontrolle inne und hätten das Spiel im Laufe der zweiten Halbzeit früher entscheiden können.
So trafen Leon Pomnitz (83.) und Tobias Göbel, dessen Vertragsverlängerung wir kurz vor dem Anpfiff bekanntgaben, nur die Latte (77.). „Mit dem ersten Tor haben wir extrem den Glauben an uns selbst gefunden und dann auch direkt nachlegt“, freute sich Daniyel Cimen unmittelbar nach dem Abpfiff: „Wir können uns nur vorwerfen, dass wir das Spiel nicht früher gekillt haben. Am Ende haben wir aber leidenschaftlich verteidigt und auch nicht mehr viel zugelassen. Wir haben defensiv alles reingeworfen und waren auch nach vorne weiter mutig.“
In einer ausgeglichenen Anfangsphase hatten wir die erste Chance zur Führung: Der gerade noch rechtzeitig fit gewordene Moritz Dittmann bediente Nikola Arcanjo Köhler, der wiederum zu Sebastian Schmitt durchsteckte – der Linksverteidiger brachte den Ball aus spitzem Winkel irgendwie in die Mitte, allerdings kam Tobias Göbel nicht richtig ran: Joshua Kopf konnte im letzten Moment noch vor der Linie klären (10.). Von den Gästen kam offensiv bis dahin wenig, allerdings nutzte der KSV wenig später die erste Möglichkeit zur Führung: Nach einem Ballverlust im Spielaufbau steckte Adrian Bravo Sanchez auf Phinees Bonianga durch, dessen flache Hereingabe wiederum Jan Dahlke in der Mitte im Fallen über die Linie drückte (15.). „Bis zum 0:1 waren wir ordentlich im Spiel, kriegen den Ball auf der Linie geklärt und kassieren dann den Treffer auf der anderen Seite“, haderte Cimen, lobte aber auch den Gegner: „Daran sieht man auch einfach die Qualität von Kassel. Sie brauchen nicht viele Chancen.“
Wir ließen uns davon jedoch nicht beeindrucken und behielten den Fuß auf dem Gaspedal, im letzten Drittel fehlte uns jedoch häufig die Zielstrebigkeit. So kamen wir zwar zu zahlreichen Halbchancen, wirklich zwingend wurde es vor Kassels Keeper Weyand jedoch nicht. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich hatte Moritz Dittmann kurz vor der Pause, als der 23-Jährige plötzlich frei vor dem Kasten auftauchte, Weyand jedoch schnell genug unten in der Ecke war (42.) – das 1:1 wäre inzwischen hochverdient gewesen. Besonders auffällig im ersten Durchgang: Cimen ließ sein Team immer wieder früh anlaufen, was die Kasseler im Spielaufbau massiv störte – lediglich belohnen konnten wir uns in den ersten 45 Minuten nicht, wobei wir Glück hatten, mit dem Abpfiff nicht noch das 0:2 kassiert zu haben: Samuel Zapico parierte zwei Mal überragend gegen Bonianga und Dahlke.
Wir bewiesen im zweiten Durchgang jedoch abermals Nehmerqualitäten und konnte am Ende – auch dank des goldenen Händchens von Daniyel Cimen – den fünften Heimsieg in Folge feiern. „Nach der Niederlage in Sandhausen freuen wir uns, dass wir zuhause wieder nachlegen konnten“, zeigte sich Cimen abschließend erleichtert, während KSV-Coach René Klingbeil den verdienten Sieg der SGB anerkannte, zugleich aber auch haderte: „Wir hätten schon in der ersten Halbzeit das 2:0 machen können, und dann zieht es sich wie ein roter Faden durch unsere Saison, dass wir die Tore zu einfach bekommen. Barockstadt musste wenig Aufwand betreiben, um das Spiel zu gewinnen. Letztendlich müssen wir das Ergebnis akzeptieren, auch Fulda hätte das Spiel am Ende zu machen können.“
SG Barockstadt: Zapico; Schmitt, Frey, Habermehl, Kraft – Ivankovic, Sarpei (40. Reinhard) – Dittmann, Köhler (57. Iljazi), Pomnitz – Göbel (90.+1 Grösch)
Hessen Kassel: Weyand; Kopf, Duah, Liesche Prieto (64. Böyükata), Sararer (64. Najjar), Bonianga (78. Girth), Bravo Sanchez, Kuntze (87. Breitfelder), Dahlke, Podolski, Rupp (78. Bräunling)
Schiedsrichter: Jason Lieser (Hetzerath)
Tore: 0:1 Jan Dahlke (15.), 1:1 Moritz Reinhard (60.), 2:1 Roko Ivankovic (64.)
Zuschauer: 1620