Einen Punkt durch Effizienz erkämpft: Wir verpassten zwar den dritten Sieg in Folge, holten beim FC-Astoria Walldorf aber einen Punkt, der viel wert sein kann. Am Ende stand ein 2:2 (1:0) nach dem Doppelpack von Tobais Göbel, der sich in der Spitze festgespielt hat
Während Walldorf gerade in der zweiten Hälfte das aktivere Team war und das Gros an Chancen im Dietmar-Hopp-Sportpark hatte, waren wir diesmal hocheffizient und nutzten dabei auch zwei Unachtsamkeiten der FCA-Defensive aus: Schon das Führungstor von Tobias Göbel war selbst mit dem linken Fuß eine der leichteren Aufgaben für den Stürmer – es ging über Keanu Kraft nach vorne zu Nicola Köhler, dessen Hereingabe von rechts den freien Göbel fand (19.). Auch in der Schlussphase war Göbel nochmal aus dem Nichts zur Stelle: Krafts tolle Flanke köpfte der Stürmer ins lange Eck zum 2:2-Endstand (80.) ein.
„Wir sind gut reingekommen, haben es aber verpasst, das 2:0 nachzulegen. Es waren gute 25, 30 Minuten – dann hat aber Walldorf bis zur Pause immer mehr Kontrolle bekommen. Wir haben es mit Ball nicht mehr gut gemacht und hatten wenig Entlastung“, sagte Coach Daniyel Cimen.
Der Trainer hatte dreimal gewechselt – vor allem in der Defensive: Grösch, Frey und Hillmann wurden durch Besso, Habermehl und Köhler ersetzt. Die neue Innenverteidigung überzeugte mit Lufthoheit und ließ anfangs wenig zu, Schmitt rückte auf die Linksverteidigerposition und Roko Invankovic spielte gegen den Ball in etwas aggressiverer Rolle im 4-1-4-1 neben Köhler, während Leon Pomnitz auf der rechten Seite begann – alles aber sehr variabel.
Göbels Führungstor war der erste echte Abschluss, während Sebastian Schmitt wenig später das 2:0 auf dem Fuß hatte: Nach klasse Einsatz von Dittmann schoss Schmitt aber aus der Drehung am fast leeren Tor vorbei – der Keeper war schon geschlagen (28.). Das rächte sich dann fast hinten, doch Samuel Zapico passte auf, wenn es nötig war. Nach einem langen ball auf Kendel machte er sich breit (30.), parierte auch dessen Seitfallzieher (40.) und vereitelte kurz vor der Pause nochmal gegen den Walldorfer Stürmer.
Beim FCA fehlte Kapitän und Regionalliga-Rekordtorschütze Marcel Carl krankheitsbedingt. Doch nach dem Seitenwechsel waren die Walldorfer plötzlich hellwach, machten weniger Fehler und wurden vorne zwingender. Der Ausgleich fiel prompt und sehenswert: Maximilian Waack zirkelte einen Freistoß aus 22 Metern in den Knick, Samuel Zapico flog vergebens, wenngleich er sogar ebenso wie der Innenpfosten wohl noch irgendwie mit am Ball war (48.). Nach diesem Treffer und der kalten Dusche war Walldorf obenauf, forderte einmal Handelfmeter (53.), doch drückte auch spielerisch weiter auf die Führung. Es hatte sich angedeutet – und nach einer guten Stunde bekam dann der aktive Iosif Maroudis zu viel Platz, tanzte Sarpei aus und zog flach ins lange Eck zum 2:1 ab (61.).
„Der Freistoß war toll – das muss man akzeptieren. Auch das zweite Tor war für Walldorf zu dem Zeitpunkt in Ordnung“, meinte Cimen.
Wir mussten reagieren, aber zunächst noch eine Chance von Riehle überstehen (73.), ehe es mal wieder offensive Produktion gab: Joker Luis Klein versuchte es und scheiterte an Keeper Schragl (75.), es war die erste dicke Möglichkeit für uns seit Schmitts Chance Mitte der ersten Halbzeit. Doch plötzlich köpfte Göbel das 2:2 – und es wurde eine heiße Schlussphase. Näher dran am Sieg war auch weiterhin Walldorf. „Nach dem 2:2 war es ein wildes Spiel, für beide war der Lucky Punch möglich, aber am Ende geht das Remis in Ordnung. Wir haben aber unser beiden Tore wirklich schön herausgearbeitet“, so Cimen.
Walldorf: Schragl; Goß, Egel, Hauk, Waack, Kendel (80. Yeboah), Lässig, Riehle (80. Baumert), Politakis (88. Collmann), Thermann (62. Hajrizaj), Maroudis.
Barockstadt: Zapico – Kraft (89. Iljazi), Habermehl, Besso, Schmitt – Sarpei (70. Klein) – Pomnitz, Ivankovic, Köhler (90.+3 Reinhard), Dittmann – Göbel.
Schiedsrichter: John Bender (Tübingen)
Tore: 0:1 Tobias Göbel (19.), 1:1 Maximilian Waack (48.), 2:1 Iosif Maroudis (61.), 2:2 Tobias Göbel (80.)
Zuschauer: 385