Was für ein Ende des Fußballjahres 2025 für uns: Lange sah es am Samstag nach dem dritten 1:0-Sieg in Folge aus, in der Nachspielzeit dann plötzlich nur noch nach einem enttäuschenden Punkt. Doch ganz, ganz spät bescherte Hans Sarpei doch noch einen 2:1 (0:0)-Auswärtserfolg und drei Punkte.
Das Spiel war ohnehin von großer Bedeutung: Balingen und wir lagen nur einen Platz in der Tabelle auseinander, doch dazwischen waren sieben Punkte. Die TSG wollte vier daraus machen, wir zehn. Zweiteres gelang – allerdings nach einer ganz wilden Schlussphase. Denn nach dem Kopfballtor von Marvin Pourié sah es lange nach dem dritten 1:0-Sieg in Serie aus, wieder schafften wir es aber nicht, die Vorentscheidung zu erzwingen. „Das müssen wir uns wieder kritisch ankreiden lassen“, sagte Daniyel Cimen. Joker David Siebert, in der Vorwoche noch Siegtorschütze, verfehlte sogar am langen Pfosten das leere Tor (87.), was sich fast gerächt hätte.
Stattdessen bekam Balingen einen vielleicht etwas strittigen Elfmeter, den Samuel Zapico verursachte, weil er aus seinem Tor kam und mit der Faust zum Ball ging. Er erwischte dabei aber wohl den Gegner, und Ivo Colic verwertete den Strafstoß eiskalt in den Winkel (90.). Doch die Messe war noch nicht gelesen: Die TSG Balingen wirkte über weite Strecken zahnlos und unkonzentriert, und das nutzten wir in der Nachspielzeit nochmal aus: Hans Nunoo Sarpei hätte sich kaum einen besseren Moment für sein erstes Tor aussuchen können, sein Volley schlug zum späten 2:1-Sieg im Tor ein. Und das war hochverdient. Tobias Göbel hatte den Treffer mit einem langen Einwurf eingeleitet, über Habermehl und Frey kam der Ball dann zum Mittelfeldspieler, der in Balingen in enge Manndeckung genommen wurde.
So konnte, und sollte auch Siebert, nicht länger über seinen Fehlschuss nachdenken, betonte Cimen in der Freude über den so wichtigen Sieg: „Es ist Winterpause, am Ende kann man das vielleicht sogar mit etwas Humor nehmen. Ich habe ihm direkt gesagt, dass er sich keine großen Gedanken mehr darüber machen soll“.
In der ersten Halbzeit hatte es kaum nennenswerte Torchancen gegeben: Wir bestimmten optisch das Geschehen, mussten aber geduldig bleiben. Der Start in die zweite Hälfte war mit dem Kopfballtreffer von Pourié nach toller Flanke von Keanu Kraft dann gelungen, doch dann wurden die Möglichkeiten auf ein zweites Tor abermals liegen gelassen. Der Elfmeter sei dann zunächst ein „Schock“ gewesen, so Cimen, doch direkt nach Wiederanpfiff habe er das seiner Mannschaft nicht mehr angemerkt: „Es zeigt, dass wir dran geglaubt haben. Das Selbstvertrauen ist natürlich durch die Siege zuletzt gewachsen und der Charakter der Mannschaft ist sehr stabil“, konnte Cimen zufrieden gen Winterpause blicken.
Balingen: Kovac; Eisele (84. Battista), Latifovic (70. Inan), Hannak (60. Koca), Almeida Morais, Finouke, Moutassime (60. Birkic), Deininger, Schmitz, Colic, Eroglu (70. Klostermann).
SG Barockstadt: Zapico – Kraft, Habermehl, Frey, Hillmann (74. Schmitt) – Sarpei, Ivankovic (61. Köhler) – Dittmann (85. Siebert), Pomnitz, Korzuschek (85. Iljazi) – Pourié (74. Göbel).
Schiedsrichter: Jan-Vincent Ritter (Kaiserslautern)
Tore: 0:1 Marvin Pourié (50.), 1:1 Ivo Colic (90., Foulelfmeter), 1:2 Hans Sarpei (90.+3)
Zuschauer: 500