Es war zum Haare raufen: Im dritten Spiel haben wir den dritten Elfmeter gegen uns bekommen – und erneut verloren: Viele Ansätze, aber ein ernüchterndes Ergebnis von 1:2 (1:1) samt einem späten Gegentor war das, was beim Heimspiel gegen die TSG Balingen am Samstag mit drei Startelf-Debütanten vor 1280 Zuschauern heraussprang.
Leichte spielerische Vorteile, mehr Torchancen als der Gegner, defensive Stabilität: Wir brachten einiges davon mit, was den ersten Saisonsieg hätte bringen können, doch waren mal wieder für den Aufwand nicht belohnt worden. Bitter wie unnötig war das Gegentor zum 1:1 – Rechtsverteidiger Arlind Iljazi verursachte diesmal einen Elfmeter an der Strafraumkante, als Gegenspieler Eroglu gerade auf dem Weg Richtung Seitenaus war. Denis Latifovic ließ unseren Keeper Duda beim Elfer dann keine Chance (23.). In der zweiten Hälfte bauten wir dann etwas ab, schnupperten aber bis zum Schluss am Sieg – ehe Balingen einen letzten Angriff zu Ende spielte und Joker Amnay Moutassime uns den Nackenschlag zum 1:2 verpasste (88.).
„Das Schlimmste ist momentan, dass wir uns das Leben selbst extrem schwer machen“, sprach Trainer Daniyel Cimen die Elfmeter-Thematik an: „Alle Elfer waren absolut unnötig und vermeidbar, so auch der heute. Wir waren eigentlich gut im Spiel, haben nicht viel zugelassen“.
Drei Wechsel hatte der Coach vorgenommen – Frey war gesperrt, auch Besso und Siebert mussten weichen. Dafür war die Innenverteidigung mit Kapitän Marius Grösch und Milian Habermehl komplett neu, dazu durfte Neuzugang Roko Ivankovic auf der Sechs ran. Alle drei feierten ihr Startelf-Debüt in der laufenden Regionalliga-Saison, während Stürmer Niklas Antlitz, der diese Woche noch abgewandert ist, beim VfL Aalen als Zugang vorgestellt wurde.
Gleich zu Beginn waren beide Teams nach vorne sehr aktiv, Tim Korzuschek hatte aus der Drehung die erste dicke Chance (6.). Das Tor fiel wenig später: Balingen verstolperte eine Konterchance, Leon Pomnitz spielte den Ball lang über die Kette und Korzuschek blieb nach klasse Ballmitnahme eiskalt (14.). Etwa zehn Minuten später war der Jubel dann abgeklungen, weil die TSG per Elfmeter ausglich. Die Mehrzahl an Chancen hatten danach aber wir: Pomnitz‘ Versuch wurde abgefälscht (25.), ein Ivankovic-Kopfball (29.) ging vorbei und Nick Berger sah den besser postierten Dittmann nicht (41.).
Auch Schiri Torben Huss (Beckingen) wirkte bei seinem Regionalliga-Debüt nicht immer glücklich, hatte keine klare Linie und hätte nach dem Einsteigen von Ivo Colic an der Mittelinie gegen Korzuschek Rot zücken können (60.), als wir erneut eine kleine Druckphase hatten und in Überzahl auf das Siegtor hätten gehen können.
Das Spiel war danach aber wieder etwas eingeschlafen, aus vielen, vielen Eckbällen konnten wir kein Kapital schlagen, während Balingen nur durch einen Volley von Eroglu (79.) nochmal gefährlich wurde. „In den letzten 20 Minuten haben wir es uns dann nochmal schwerer gemacht, indem wir weniger Fußball und mehr lange Bälle gespielt haben“, haderte Cimen, der hintenraus nochmal umstellte und offensiv wechselte – doch kaum waren Siebert und Stadler auf dem Platz, folgte der Nackenschlag hinten. „Wir schaden uns einfach im Moment mit gewissen Dingen selbst. Da brauchen wir uns nicht hinzustellen, und zu sagen, dass es 60 Minuten ordentlich war und mehr drin war. Wir müssen bei unseren Fehlern ansetzen“. Wir sind nun mit Sandhausen noch ohne Punkte in dieser Saison und vorerst Tabellenletzter.
SG Barockstadt: Duda – Iljazi (73. Kraft), Grösch, Habermehl, Schmitt (73. Hillmann) – Sarpei, Ivankovic (86. Siebert) – Berger (66. Reinhard), Pomnitz, Korzuschek – Dittmann (86. Stadler).
TSG Balingen: Klose; Eisele, Latifovic, Almeida Morais (90.+1 Fritschi), Finouke (63. Maier), Deininger, Schmitz, Colic (63. Moutassuime), Klostermann, Eroglu, Pilic (74. Schmidt).
Schiedsrichter: Torben Huss (Beckingen)
Tore: 1:0 Tim Korzuschek (14.), 1:1 Denis Latifovic (23., Foulelfmeter), 1:2 Amnay Moutassime (88.)
Zuschauer: 1280