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Derbysieg nie in Gefahr – Schaaf-Hammer

9. November 2018

Souveräner Derbysieg für die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in der Fußball-Hessenliga: Unter Flutlichtatmosphäre gewann die SGB das Osthessenderby gegen den Hünfelder SV verdient mit 4:1 (3:1) und ist in der Tabelle auf Platz sechs vorgerückt, der HSV wiederum verpasste eine Überraschung wie anno 2009. Die Fuldaer lieferten zwar nicht ihre beste Saisonleistung ab, zeigten aber Konter-Qualitäten, dazu packte Kapitän Patrick Schaaf den Hammer aus.

Die 3:1-Pausenführung für die SG Barockstadt war hochverdient – allerdings hatte die SGB nach gut 70 Sekunden erst einmal mächtig Glück: Nach Zuspiel von Marcel Dücker traf Christoph Neidhardt nur den Pfosten, Aykut Bayar – der wieder den Vorzug vor Benedikt Kaiser bekam –

wäre ohne Abwehrchance gewesen. Danach taten sich die Gastgeber vor einer stattlichen Kulisse allerdings erst einmal schwer, während der HSV defensiv gut die Reihen schloss und konzentriert agierte. Bis Flügelflitzer Patrick Broschke nicht zu stoppen war, an die Grundlinie ging und auf Christopher Bieber zurücklegte. Der SGB-Stürmer traf im Fallen mit dem Außenrist zum 1:0 (13.). „Das Tor darf so niemals passieren. Wenn ich als Verteidiger nicht vor dem Gegner an den Ball komme, muss ich eben dahinter bleiben. Dann wird noch gegrätscht, dann bist du komplett raus“, ärgerte sich HSV-Coach Dominik Weber über den Gegentreffer mit Blick auf den in der Aktion unglücklich agierenden Franz Faulstich. Die Barockstadt hätte sogar noch früher nachlegen können, Bieber (26.) vergaß jedoch zu schießen, dazu rutschte eine gefährliche Hereingabe von Kevin Hillmann durch den Strafraum (30.).

Eine Augenweide war dann jedoch das 2:0: Leon Pomnitz‘ Zuspiel missglückte erst noch, SGB-Kapitän Patrick Schaaf setzte jedoch gegen Sebastian Alles energisch nach, erkämpfte sich den Ball zurück und zimmerte das Leder mit einem echten Hammer vom rechten Strafraumeck sehenswert in den linken Winkel (35.). Danach verpasste Bieber eine Broschke-Hereingabe nur knapp (41.), bevor er eine Flanke von Niklas Odenwald per Kopf an die Latte setzte. Marcel Mosch stand goldrichtig und staubte zum 3:0 ab (44.). „Wir müssen uns da in den Zweikämpfen einfach cleverer anstellen“, haderte Weber. Dass danach überhaupt nochmal sowas wie Spannung aufkam, lag am Sonntagsschuss von Sebastian Alles: Der Ex-Borusse setzte einen Abpraller nach Freistoß von Julian Rohde aus etwas mehr als 20 Metern unhaltbar für Bayar links oben in den Winkel (45.+2). „Der Gegentreffer war unnötig, wir müssen das cleverer herunterspielen und die Null mit in die Pause nehmen“, monierte wiederum SGB-Trainer Sedat Gören.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Hünfelder nun mehr vom Spiel, weil die SGB den Gegner kommen ließ und auf Konter lauerte, dem HSV fehlte es jedoch lange Zeit an Zielstrebigkeit – während auf der Gegenseite Kevin Hillmann gar nicht angegriffen wurde, aber zu wenig Druck hinter den Ball bekam (64.). Andererseits hatten die Gastgeber Glück, dass beim Einsteigen von Miguel Torcuatro gegen Neidhardt die Pfeife von Schiedsrichter Patrick Glaser (Wiesbaden) – wohl zurecht – stumm blieb. Den ersten richtigen Abschluss für den HSV hatte Daniel Kornagel erst nach 67 Minuten, kurz darauf prüfte Rohde aus 17 Metern Bayar erstmals (72.). Joker David Wollny verpasste dann auf der Gegenseite die Entscheidung (77.), dazu scheiterte Pomnitz per Handelfmeter (Niclas Rehm nach Wollny-Flanke) am stark reagierenden HSV-Keeper Sebastian Ernst (79.) – leicht hätte am Ende ein höheres Endergebnis auf der Anzeigetafel stehen können.

Der HSV schaffte es allerdings auch nicht mehr, das Spiel richtig scharf zu stellen, weil die Barockstädter gut und konzentriert verteidigten. Mit dem 4:1 nach feinem Zusammenspiel zwischen Wollny, Marius Strangl und Alex Reith durch Dennis Müller war das Derby dann endgültig entschieden. „Schade, dass drei der Tore durch Konter fallen“, bedauerte Weber, der seinem Team allerdings keinen Vorwurf machen wollte: „Schade, dass der ein oder andere etwas gebraucht hat, um den Rucksack abzulegen, aber die zweite Halbzeit war absolut top. Auf das Engagement und die Einstellung können die Jungs stolz sein, die kleinen Fehler wollen wir aber noch abstellen.“ SGB-Coach Gören wiederum war mit dem eigenen Spiel nur bedingt zufrieden: „Wir haben heute kein gutes Spiel gemacht, wir müssen da insgesamt noch ruhiger werden, uns mehr freilaufen und in die Freiräume gehen. Wir müssen gegen einen Gegner, der uns so hoch anläuft, die Situationen auch mal besser zu Ende spielen.“ Allzu hart wollte der 47-Jährige mit seinem Team angesichts von nun drei Siegen in Folge und dem dritten Sieg im dritten Heimspiel unter ihm aber auch nicht ins Gericht gehen: „Es spricht für die Mannschaft, dass sie vier Tore gemacht hat. Mit dem Ergebnis und der Entwicklung der Mannschaft kann man zufrieden sein.“ Das rechte Feuer fehlte dem Derby übrigens, so kam auch auf den gut gefüllten Rängen nie richtig Stimmung auf: Bezeichnenderweise sah Hünfelds Niclas Rehm erst nach 73 Minuten die erste Gelbe Karte des Spiels.

SGB-Kapitän Patrick Schaaf sagt zum Spiel: „Wir haben am Ende verdient gewonnen. Wir hatten wie im Hinspiel ein deutliches Chancenplus, diesmal die Chancen aber auch reingemacht. In der ersten Halbzeit war das absolut verdient, da sind wir nur zu dumm, dass wir kurz vor Schluss noch das Gegentor kriegen, sonst gehen wir mit einem 3:0 in die Pause. So ist es immer gefährlich, machen die das 3:2, kann so ein Derby immer in die andere Richtung kippen. Hünfeld war nicht zwingend genug, von daher Kompliment an die Truppe: Dritter Sieg und dritter Heimsieg in Folge und das mit vier Toren, von daher sind wir zufrieden.“

Spielmacher Leon Pomnitz: „Das war nicht unser bestes Spiel, aber wir sind einen Schritt weiter als zu Saisonbeginn und gewinnen so ein Spiel dann hinten raus doch mit 4:1. Hünfeld hatte teilweise mehr Ballbesitz, hatte aber nicht viele Chancen. Insofern geht der Sieg auch in Ordnung, weil wir hinten raus noch einige Chancen hatten. Wir müssen uns mit Ball noch besser bewegen, dass der Gegner hier gar nicht so viel Ballbesitz hat, sondern wir den Gegner laufen lassen und ihn kaputt spielen. So haben wir eher verteidigt und den Gegner ausgekontert. Aber es wird peu à peu besser, Sedat Gören trichtert uns seine Philosophie da schon ein.

 

Barockstadt: Bayar; Odenwald, Gröger, Torcuatro, Hillmann – Schaaf, Müller – Broschke (70. Wollny), Pomnitz, Mosch (63. Strangl) – Bieber (84. Reith).

Hünfeld: Ernst; Dücker, Faulstich, Rehm – Neidhardt, Alles (81. Bambey), Vogt (58. Fröhlich), Rohde, Budenz – Krieger, Kornagel (70. Schuch).

Schiedsrichter: Patrick Glaser (Freudenberg)

Tore: 1:0 Christopher Bieber (13.), 2:0 Patrick Schaaf (35.), 3:0 Marcel Mosch (44.), 3:1 Sebastian Alles (45.+2), 4:1 Dennis Müller (86.)

Zuschauer: 1500.

Verschossener Foulelfmeter: Leon Pomnitz (Barockstadt, 79.) – Sebastian Ernst hält.

 

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